Führungsphilosophie – das Fundament muss passen!

Ruhige – und zugleich beunruhigende – Wochen liegen hinter uns, langsam werden nun Produktionen wieder hochgefahren, Geschäfte teilweise wieder geöffnet. Ein Stück Normalität in einer buchstäblich außergewöhnlichen Zeit. Der Wunsch danach ist groß. Viele Fragen sind noch unbeantwortet, vor allem auch die Frage nach den Auswirkungen der Situation auf unsere Berufsausübung und unseren Alltag. Klar ist: Anpassungen in verschiedener Hinsicht stehen an. Branchen werden sich anders strukturieren, Supply Chains werden zukünftig mehr oder besser abgesichert, manche Unternehmen werden sich reorganisieren oder restrukturieren müssen und nun verstärkt in Richtung einer zunehmend digitalen Zukunft ausrichten. Wie die Veränderungen im Einzelnen auch aussehen – es braucht für ihre Umsetzung in Unternehmen kompetente Führungskräfte. Vor allem bei größeren Veränderungen ist dabei Verantwortung gefragt. Hierum dreht sich heute unser Blog.

Waren Führungskräfte bislang gefordert, sich mit zunehmender Dynamik, demographischen Veränderungen und Werteverschiebungen zu beschäftigen, kommt nun eine weitere Komponente hinzu: Die Arbeit wird digitaler, mehr remote im Home Office und damit zunehmend dezentraler erledigt. Nicht jede Führungskraft schaut gerne auf diese Entwicklung. Höchste Zeit also, die eigene Führungsphilosophie zu hinterfragen bzw. die eigenen Normen und Werte in Einklang mit den veränderten Anforderungen zu bringen. Manche Führungskräfte in meinem Umfeld haben die ruhigeren Wochen genutzt, um eine eher grundsätzliche, ganz eigene Diskussion zu führen: Wie steht es um mein ethisch-moralisches Verständnis als Führungskraft? Und was ist eigentlich gute Führung?

Drei entscheidende Ebenen im Führungscoaching

Im Coaching arbeite ich mit Führungskräften dabei auf drei Ebenen, um die Werte, Normen und die Leitlinien von Führungspersonen herauszuarbeiten und sie zu einer höheren Wirksamkeit zu befähigen:

  1. Führungsgrundsätze: Welche Grundannahmen, welches Weltbild und Verständnis zum Menschen liegen vor?
  2. Führungsstil: Welche Grundeinstellungen zum Thema Führung ist vorhanden und wie gestaltet jemand die Interaktionen mit seinen Mitarbeitern?
  3. Führungsmethode: Welche Instrumente und konkreten Prinzipien werden angewendet?

Diese Betrachtung kann noch ergänzt werden durch den situativen Kontext und die Rahmenbedingungen des Unternehmens. In diesem Fall erfolgt bei Bedarf ein Abgleich mit dem Entwicklungsstand des Unternehmens, den Führungsprinzipien, der Unternehmenskultur oder dem Leitbild des jeweiligen Arbeitgebers.

Konfliktsituationen meistern – reflektiert agieren

Ethisch-moralische Fragen tauchen typischerweise bei Entscheidungen und in Konfliktsituationen auf: Zum Beispiel, wenn man zu Handlungen aufgefordert wird, gegen die eine innere Stimme rebelliert, und eigene Werte erschüttert werden. Hilfreich ist hier, die eigenen Grundannahmen und Verhaltensweisen in typischen Alltagssituationen zu reflektieren. Dafür bieten sich zum Beispiel diese Fragen an:

  • Vertraue ich meinen Mitarbeitern?
  • Wie delegiere ich Aufgaben?
  • Bleibe ich im Umgang mit Mitarbeitern authentisch?
  • Lobe und kritisiere ich ehrlich und gerecht?
  • Strebe ich die Lösung von Konflikten in meinem Umfeld an?
  • Bin ich sensibilisiert für Mobbing und die Gesundheit am Arbeitsplatz?
  • Fördere ich Gleichberechtigung?
  • Agiere ich als Vorbild und achte auf mich selbst?

Die eigene Führungsphilosophie ist die persönliche Art der Weltanschauung in der Rolle als Führungskraft. Klare Überzeugungen und Regeln schaffen Vertrauen und Sicherheit im Umgang mit anderen. Dabei ist es wichtig, sich der Verantwortung, welche in der Machtposition als Führungskraft liegt, bewusst zu bleiben. Immanuel Kant, der nach übergeordneten moralischen Grundsätzen suchte, die ein menschliches Zusammenleben bestmöglich regeln, kam zu dem Schluss: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ Dabei erhob er die Vernunft zum Maßstab unseres Handelns, unser Reflexionsvermögen, das Affektimpulse unter Kontrolle hält, um ein menschliches und respektvolles Miteinander zu ermöglichen. Unser Handeln – und das gilt insbesondere für das Agieren von Menschen in Macht- und Führungspositionen – muss so fair sein, dass es zu einem gültigen Gesetz werden könnte.

Möchten Sie Ihre Führungskompetenzen verbessern?

Sie wollen Ihre persönliche Führungsphilosophie einem Sparring unterziehen? Sprechen Sie mich an. Ich freue mich auf Sie.

Ihr Marc Scholten

Business und Management Coach

09123 / 1831695 oder info@ms-coaching-scholten.de

 

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